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Historie
"Die Gründung des Sportverein Kanzach fällt in das Jahr 1946. Die furchtbaren Wunden, die der II. Weltkrieg geschlagen hatte, waren noch überall spürbar und sichtbar. Eine fremde Besatzungsmacht regierte unser Land, Not herrschte an allen Ecken und Enden, Väter von Söhne warteten noch auf ihre Heimkehr. Vielen von ihnen war sie nicht mehr ergönnt. Ihnen in Ehre zu gedenken, ist unsere heilige Pflicht. In dieser sorgen- und notvollen Zeit war es ein Häuflein Unentwegter, das sich in der Stube unseres ersten Vorstandes Max Gawatz zusammenfand mit dem Ziel in unserer Gemeinde einen Sportverein aufzubauen. Das Verlangen nach einer echten Gemeinschaft, nach sportlicher Betätigung und sinnvoller Freizeitbeschäftigung hat sie angespornt. Allein die vielen Schwierigkeiten zu meistern, es gehörte eine heute fast nicht mehr vorstellbare Gabe der Organisation und Improvisation dazu, bis die gröbsten Hindernisse überwunden waren. So wurde Schritt für Schritt begonnen, die Voraussetzungen für einen Spielbetrieb zu schaffen. Mit Schaufeln, Hacken und Pickeln musste zuerst das frühere Sportgelände eingeebnet und hergerichtet werden. Es war noch übersät von den Panzerspuren des Einmarsches. Das Holz für die Tore wurde von der Firma Kötzle kostenlos zur Verfügung gestellt. Jetzt war es soweit, der Sportplatz, in günstiger Dorfnähe gelegen, war geschaffen. Aber noch immer konnte nicht Fußball gespielt werden. Es wurde fieberhaft nach einem Ball gesucht; unser Sportkamerad Fritz Kötzle konnte endlich einen auftreiben. Nun herrschte jeden Abend reger Betrieb auf dem Sportplatz. Bald hatte sich eine stattliche Zahl Jugendlicher eingefunden. Es kam nun die schwierige Aufgabe, Fußballschuhe und Trikots zu beschaffen. Wir waren aber in der glücklichen Lage, dass wir für unser Vereinsschifflein einen tüchtigen Kapitän gefunden hatten: Max Gawatz, der nicht müde wurde, bis auch das letzte Hindernis weggeräumt war. Er beschaffte uns auf dem damaligen "Schwarzen Markt" unsere ganze Sportausrüstung, sowie bei der damaligen Militärregierung die Genehmigung für Spielbetrieb und Vereinsgründung. Es war eine große und mühevolle Arbeit, die man sich in der heutigen Zeit nicht mehr vorstellen kann. Dass aber diese harte Arbeit nicht umsonst war, ja dass diese Arbeit darüber hinaus bis zum heutigen Tag gute sportliche Früchte trug, das war zum größten Teil sein Verdienst (und am heutigen Tag auch seine Entlohnung für seine Arbeit)." (Aus der Jubiläums-Festschrift zum 20-jährigem Bestehen des SV Kanzach)
"Die Gründung des Vereins fiel in eine Zeit des allgemeinen Neubeginns. Nach der Katastrophe des II. Weltkriegs suchten die Menschen nach neuen Werten und Zielsetzungen. Es war das Verlangen nach einer echten Gemeinschaft, nach sportlicher Betätigung und einer sinnvollen Freizeitgestaltung, welches damals mehrere Männer bei einer Zusammenkunft im Hause Fischer (jetzt Gehrmann) den spontanen Beschluss zur Gründung eines Sportvereins fassen ließen. Diese Männer wollten vor allem Fußball spielen und sich darin mit anderen Mannschaften messen. Bevor man jedoch an den Verbandsspielen des Württembergischen Fußballverbandes teilnehmen konnte, mussten die Vorraussetzungen für einen geregelten Spielbetrieb geschaffen werden. So musste zuerst der durch Panzerspuren übersäte Sportplatz eingeebnet werden. Fußballschuhe und Trikots wurden auf dem "Schwarzen Markt" beschafft. Schließlich benötige man noch die Genehmigung der damaligen französischen Militärregierung für die Vereinsgründung und den Spielbetrieb. Um diese zu erlangen, durften als Gründungsmitglieder nur Personen aufgeführt werden, die ohne national-sozialistische Vergangenheit waren, was wiederum dazu führte, dass auch "unsportliche" Personen als Gründungsmitglieder auf dem Papier standen. Dass all diese Schwierigkeiten gemeistert wurden, war zum größten Teil der Verdienst des Gründungsvorstandes Max Gawatz. Seiner Organisationsgabe war es zu verdanken, dass eine Kanzacher Fußballmannschaft im Jahre 1947 erstmals an der Verbandsrunde teilnehmen konnte, nachdem kurz vorher im Juli 1947 der bereits im Herbst 1946 gestellte Antrag auf Vereinsgründung von der französischen Militärregierung endlich genehmigt worden war. [...] Die Jugendarbeit wurde beim Sportverein Kanzach immer groß geschrieben, schließlich ist sie der Garant für das Fortbestehen des Vereins. So konnten Spielerabgänge in der Vergangenheit meist durch nachrückende Jugendspieler aus den eigenen Reihen wieder ausgeglichen werden. Kanzacher Jugendmannschaften nehmen seit dem Jahre 1953 an den Verbandsrunden des WFV teil. In dieser Zeit konnten von ihnen insgesamt 4 Meistertitel errungen werden. Der Sportverein Kanzach war nur in seiner allerersten Zeit ein reiner Fußballverein. Schon im Jahre 1948 wurde eine Sängerabteilung dem Verein angegliedert, womit auch die Weichen für kulturelle Betätigung des Vereins gestellt waren. Ab dem Jahre 1950 wurden regelmäßig Theaterstücke mit großem Erfolg aufgeführt. Nachdem diese Tradition in den 60er Jahren leider eingeschlafen war, wurde sie unter Vorstand Rudolf Obert im Jahre 1976 wieder mit bis heute andauerndem Erfolg aufgegriffen. Das jeweils zum Jahreswechsel von der Spielerschar um Rudolf Obert aufgeführte Lustspiel in schwäbischer Mudart ist das kulturelle Hauptereignis in der Gemeinde. Die Einnahmen aus den Aufführungen tragen zur Konsolidierung der Finanzen des Vereins entscheidend bei. Neben dem Männerchor verwirklicht die Theatergruppe als Abteilung des Vereins den zwischenzeitlich in der Vereinssatzung aufgenommene kulturelle Zweck des Vereins. Aber auch auf sportlichem Gebiet erfuhr das Angebot des Vereins Erweiterungen. Mit der Aufnahme der Abteilungen Frauenturnen (seit 1979) und Tanz (seit 1992) hat nun vor allem die weibliche Bevölkerung ein sportliches Betätigungsfeld unter dem Dach des Sportvereins gefunden." (Aus der Jubiläums-Festschrift zum 50-jährigem Bestehen des SV Kanzach) Fußball-aktive
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