Pressemitteilung zur aktuellen Lage

Michael Bußmann auf Pixabay

Die erweiterte Vorstandschaft des SV Kanzach hat zusammen mit der Leitung der Theatergruppe Kanzach bei der Vereinssitzung am Montag, den 05.10.2020 entschieden, die Theatersaison 2020/21 aufgrund der aktuellen Corona-Situation ausfallen zu lassen. Zu viele offene Punkte und Einschränkungen stehen einem stimmungsvollen Theaterabend im Weg. Dem Verein ist unklar, in welchem Rahmen die Theatergäste bewirtet werden können - ist doch die Bewirtung mit Getränken und klassischem Wurstsalat und heißen Saiten eine Marke der Theaterveranstaltung in Kanzach.

 

Die Theatergruppe Kanzach führt seit Ihrer Gründung 1976 seit nun mehr als 4 Jahrzehnte traditionell um die Weihnachts- und Neujahrszeit ihre Theaterstücke in der Halle am Bahnhof in Kanzach und im Kurzentrum in Bad Buchau auf. Insgesamt über 1.200 Besucher werden an den 4 Spielterminen erwartet. Die Stücke mit typisch schwäbischer Mundart und sattem Humor sind ein Mar-kenzeichen in der Region um Kanzach. Dieses Jahr fällt das kulturelle Highlight in Kanzach weg. "Schweren Herzens müssen wir die Saison absagen. Es gibt zu viele Unsicherheitsfaktoren" so Abteilungsleiterin Daniela Hospach, Regisseurin Manuela Köhler und 1. Vorsitzender des Gesamtvereins, Timoth Fetscher in einstimmiger Meinung.

 

"Wir haben uns bereits zum Corona-Lock-Down im Frühjahr einen "Point of no Return" gesetzt - also ein Datum, an dem wir spätestens entscheiden müssen, ob und wie wir in die Theatersaison gehen oder nicht." so Fetscher. Ab diesem Datum würden weitere Kosten und Planungen auf den Verein zukommen, wie. z.B. Werbung, Kostüme, Kulissen, Aufführungsrechte, etc. Da die Corona-Verordnung auch für Theaterspieler auf der Bühne gilt, müssten auch die Proben mit Abstands- und Hygieneregeln und mit Mundschutzmaske durchgeführt werden. Unmöglich, hier einem Theaterstück gerecht zu werden. Auch sind nur 60 Zuschauer für die Halle in Kanzach möglich. "Für dieses Jahr haben wir uns eigentlich ein ganz tolles und lustiges Stück ausgesucht. Das wollen wir uns nicht ruinieren" so Regisseurin Manuela Köhler. 

 

Der Fokus liegt nun auf der Saison 2021/2022, bei dem hoffentlich wieder vor vollem Haus mit Bewirtung gespielt werden kann.

 

Fasnet im Verein abgesagt

Folgerichtig wird auch der im Februar stattfindende Sportlerball in der Halle am Bahnhof abgesagt. Der Sportlerball wird seit der Nachkriegszeit vom Sportverein Kanzach veranstaltet und ist mit vollgefüllter Halle der Höhenpunkt der Kanzacher Fasnet. Auch der stimmungsvolle närrische "Gompige Donnerstag" im Haus der Vereine wird höchstwahrscheinlich nicht stattfinden können. "Wir können bei unseren Großveranstaltungen des Theaters und des Sportlerballs die Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Regeln nicht garantieren. Die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen hat in Sport und Kultur immer noch oberste Priorität. Ein verantwortungsvolles Denken und Handeln schützt uns und unsere Mitmenschen vor Neuinfektionen." so der 1. Vorsitzende.


Sportbetrieb startet wieder

Die Zeit während des Corona-Lock-Down nutzte der Verein, in dem auf dem Sportgelände in Kanzach in ehrenamtlicher Arbeit ein fester Platz gepflastert und eine neue Gerätehütte errichtet wurde. Bei schönem Wetter haben sich einzelne Abteilungen in kleinen Gruppen zum Outdoor-Sport getroffen. So sind die Sportler der AH regelmäßig Fahrrad gefahren. Zudem hat sich spontan am Freitagabend eine Gruppe im Innenhof des Haus der Vereine zum französischem Boule Spielen verabredet. Das Kies im Innenhof des Vereinsheim hat sich dazu als ideal erweisen. Dies hat dazu geführt, dass sich Woche für Woche immer mehr Interessenten eingefunden haben. Die ältesten und sogar besten Teilnehmer sind über 80 Jahre alt.

 

Als aller erstes durften die Fußballer der SGM SV Oggelshausen/SV Kanzach/SV Bad Buchau II den Trainingsbetrieb im Freien aufnehmen. Mittlerweile wird wieder im Wettbewerb gespielt. "Hier sollten sich die Spieler als auch die Zuschauer der Vorbildfunktion des Fußballs bewusst sein. Kaum einer anderen Sportart werden so viele Freiheiten eingeräumt, wieder einen geordneten Spielbetrieb zu führen." so der Vorsitzende. Die SGM steht noch ungeschlagen im oberen Teil der Tabelle und kann mit der Herbstmeisterschaft liebäugeln. 

 

Seit Beginn des neuen Schuljahres findet wieder regelmäßiger Turn- und Sportbetrieb in der Halle statt. Ein zweiseitiges Sicherheits- und Hygienekonzept soll alle SportlerInnen vor der möglichen Infektion mit dem Corona-Virus schützen. Dabei gelten unter anderem die Regeln, dass sich nur 20 Teilnehmer als definierte Kleingruppen in der Halle aufhalten dürfen. Geduscht werden soll in versetzen Zeitabständen. Die Übungsstunden müssen mit einer Pause von mindestens 15 Minuten versetzt beginnen. Alle Geräte werden vor und nach dem Sport desinfiziert. Jeder Teilnehmer hat seine personenbezogenen Daten Abzugeben, um bei einer Infektion die Möglichkeit der Rückmeldung an das Gesundheitsamt zu geben. "Wir haben laufende Anschaffungskosten wie z.B. Hygienetüchern und Desinfektionsspray. Dazu muss die Aufnahme der personenbezogenen Daten verwaltet und kontrolliert werden. Die Corona-Verordnung muss durchgelesen und verstanden werden. Das Hygienekonzept muss regelmäßig überprüft werden. Die ehrenamtliche Vereinsarbeit wird nicht leichter." Daher ist der Sportverein Kanzach dankbar, dass die Gemeinde Kanzach mit Bürgermeister Klaus Schultheiß mit dem Sportverein während der Anfangszeit der Pandemie in ständigem Austausch war. "Uns wurde die Entscheidung, den Sportbetrieb ruhen zu lassen und das Sportheim zu schließen, abgenommen. Das war für uns alle eine neue noch nie dagewesene Situation und bis vor einem dreiviertel Jahr eigentlich noch unvorstellbar. Die Gemeindeverwaltung zeigte sich Handlungsstark, hat Verantwortung übernommen und uns damit sehr gut unterstützt". Das regelmäßige Update der Corona-Verordnung mit Hinweisen auf den Vereinsbetrieb haben geholfen, Entscheidungen zu treffen.

 

Verein plant für das kommende Jahr

Im nächsten Jahr will der Verein schrittweise zur Normalität zurückkehren. Die Jahreshauptversammlung soll im März 2021 stattfinden - 2020 wurde nach rechtlicher Prüfung ausgesetzt. Am Gründonnerstag im April soll das beliebte Binokel-Turnier wieder stattfinden. Auch das Dorfpokalturnier fiel dieses Jahr dem Corona-Virus zum Opfer. "Wir haben nächstes Jahr eigentlich das 75-jähriges Vereinsjubiläum. Eine langfristige Veranstaltungsplanung zu machen, ist nicht möglich. Und ein großes Jubiläumsfest wird es wahrscheinlich nicht geben. Wir müssen nächstes Jahr spontan und in kleinen Schritten denken, planen und handeln" so der Tenor der Vorstandschaft.
 

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Veröffentlichung

Do, 08. Oktober 2020

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